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Die Idee, eine Website über den ehemaligen Chemischen Dienst der Nationalen Volksarmee zu machen

An alle, die sich beteiligen möchten, bei der Erstellung einer ChD-Web-Seite

von E. Backhaus, 24.10.2005

Die Zeit vergeht und mit ihr auch unsere Erinnerung, mir geht es jedenfalls so. Und ich möchte nicht, dass andere (unbeteiligte Personen) mir später erzählen, wie unser Leben in der DDR speziell in der NVA und somit unsere Geschichte war. Deshalb der Versuch, diese Web-Seite zu erstellen. Das geht natürlich nicht ohne die Unterstützung Anderer, die ihren Dienst in den Reihen der Einheiten/Truppenteile der Chemischen Abwehr bzw. in Führungsorganen der Militärbezirke, der Teilstreitkräfte sowie des Ministeriums für Nationale Verteidigung geleistet haben.

Ein erster Aufruf um Zusendung von Materialien war nicht sehr erfolgreich. Trotzdem will ich daran weiterarbeiten und mich bei denen bedanken, die mir entsprechendes Material zugeschickt haben. Auf der Grundlagen von Dokumenten, Vorschriften, Dia- und Negativfilmen, die ich über die Jahre aufbewahrt habe, war ich in den zurückliegenden Wochen bemüht diese zu erfassen bzw. zu digitalisieren. Dieser Vorgang ist noch nicht beendet, denn es ist eine ganze Menge, was zu bearbeiten ist, noch dazu sehr zeitaufwendig. Es kann sich durchaus noch längere Zeit hinziehen, wenn es überhaupt gelingt, alles zu erfassen und darzustellen. Um aber andererseits das Projekt nicht unnötig hinauszuzögern, will ich auf dieser CD das bisher erstellte Material zur Diskussion stellen. Die Web-Seite soll ja kein abgeschlossener Vorgang sein, sondern lebt vom Mitmachen.

Es gibt einen weiteren Grund für den Schritt dieser Veröffentlichung:

Bisherige Aussagen zum Chemischen Dienst der NVA sind sehr lückenhaft und beinhalten Zahlen, die auf nicht nachvollziehbarer Grundlage entstanden sind. Siehe z.B. das Buch von Wilfried Kopenhagen - "Die Landstreitkräfte der NVA". Die dort enthaltenen Angaben über den Bestand an "Großgeräten" des Chemischen Dienstes entstammen einer Datei, wo nicht erkennbar ist, auf welcher Grundlage diese Zahlen entstanden sind.

Und ein weiterer Grund sollte uns Anlass sein, unsere Geschichte und damit unsere Erfahrungen, sowohl mit den positiven, wie auch den negativen Seiten zu dokumentieren:

Die Ereignisse im Zusammenhang mit der Havarie im Kernkraftwerk Tschernobyl. Wie die heutigen täglichen Geschehnisse beweisen, wird zwar viel über Gefährdungen durch den Terrorismus u.ä. berichtet, aber konkrete Schlussfolgerungen und Maßnahmenpakete sind Mangelware.

Unsere Hochtechnologiegesellschaft ist äußerst anfällig, was die verschiedensten Bedrohungsszenarien belegen. Um der Bedrohungslage Herr zu werden, bedarf es einer komplexen und kompetenten Herangehensweise. Die Veröffentlichung von Denkmodellen und Lösungen zur Gefahrenabwehr und zum Katastrophenschutz wie sie in der DDR vorbereitet waren, könnte durchaus ein hilfreicher Schritt sein. Vielleicht gibt es ja Verantwortungsträger in unserem Land, die mit derartigen Informationen etwas anfangen können.

Zu dem mir bisher vorliegenden Material:

Wie bereits mit der 1. CD vermerkt, die Besonderheiten (Struktur, Ausrüstung u.a.) sollte den jeweiligen Verzeichnissen zugeordnet werden. Ein extra darstellen der Teilstreitkräfte, außer bei den Strukturen, ist bisher nicht beabsichtigt.

Bisher nicht berücksichtigt wurden solche Aufgaben die durch den Chemischen Dienst wahrgenommen wurden, wie Gift- und Strahlenschutz. Oder auch die Diskussionen 1988 – 1990 zur Aufgabenerweiterung hinsichtlich Umweltschutz.

Generell bitte ich aber auch um Aussagen / Stellungnahmen zu folgendem Problem:

Alle Materialien, die im Web dargestellt werden, können kopiert und vervielfältigt werden bzw. weitergenutzt werden, wo der Ersteller der Web-Seite kaum Einfluss hat. Das könnte eine Rolle spielen, falls wir später zu dem Entschluss kommen, aus dem Material z.B. ein Buch zu schreiben. Dementsprechend wäre eine Aussage zum “gewollten“ Inhalt der Web-Seite hilfreich

Ein anderer Aspekt: die auf den veröffentlichten Bildern abgebildeten Personen sollten mit einer Bildunterschrift mit Dienstgrad, Name und Dienststellung der Personen erfolgen, soweit das heute möglich ist. Gut wäre dazu auch die Benennung des Zeitraumes / Datums der Bilderstellung. Bei Veröffentlichung derartiger Bilder ist in der Regel das Einverständnis der abgebildeten Personen einzuholen, soweit dies möglich ist. Ich möchte dieses Problem bewusst zur Diskussion stellen, damit nicht hinterher Fragen / Vorwürfe entstehen

Mir ist bewusst, dass nicht jeder Interessierte über einen Computer verfügt, was aber Voraussetzung ist, um die CD zu lesen. Dafür bitte ich um Verständnis. Bei der Fülle an Material ist ein Ausdrucken nicht möglich. Im Verwandten- bzw. Bekanntenkreis sollte es dazu eine Lösung geben

Zusammenfassend möchte ich zur Kenntnis geben, dass ich diese CD natürlich nicht unendlich oft kopieren und verschicken kann. Deshalb sende ich die CD an Personen, wo ich der Meinung bin, dass diese in der Lage sind, bei Notwendigkeit die CD zu kopieren und an weitere Interessierte im Schneeballverfahren weiter zu geben.

Wer sonst noch Fragen hat, kann jederzeit im Forum mit mir Verbindung aufnehmen.


Mit freundschaftlichem Gruß

Edgar Backhaus